Blogger goes Fastenzeit

9. März 2011 § 4 Kommentare

Passend zum Beginn der Fastenzeit bin ich heute auf die Aktion Blogger goes Fastenzeit aufmerksam geworden. Es geht darum, während der Fastenzeit für sich eine bewusste Verzichtsentscheidung zu treffen, oder schlechte Gewohnheiten für diese Zeit abzulegen, unabhängig von jedem religiösem Zugehörigkeitsgefühl. Jeder der mitmacht, bekommt Zugang zu einer Tracking-Liste, in der man jeden Tag vermerken kann, an dem man sein persönliches Fastenziel eingehalten hat. Das Ganze dient noch einem guten Zweck. Jeder Mitstreiter zahlt einen kleinen Beitrag, der zur Hälfte einem SOS-Kinderdorf zu Gute kommt . Die andere Hälfte wird für die Gewinne verwendet. Heute ist der Stichtag, mitmachen kann man aber immernoch, man nimmt nur nicht an der Verlosung der Gewinne teil. Da es einen Amazongutschein zu gewinnen gibt, kann ich darauf allerdings auch gut verzichten.

Ich habe schon länger überlegt, dass ich die Fastenzeit zu etwas nutzen möchte. Nur zu was, war mir bisher ein Rätsel. Als ich heute von dieser Blogaktion gelesen habe, entschloss ich mich ganz spontan, daran teilzunehmen, ohne eine konkrete Idee zu haben. Diese hat sich mittlerweile aber herauskristallisiert.

Ich möchte bis zum 23. April, das ist der Karfreitag, jeden Tag zufrieden sein. Das klingt auf den ersten Blick leichter gesagt als getan. Ich merke, dass ich häufig Tage habe, an denen ich unzufrieden bin. Erst gestern war es bei der Arbeit sehr stressig, weil ich kurz vor Ladenschluss noch eine Dekoaktion fertig stellen musste, und dann ein ungepflegter Kunde meine volle Aufmerksamkeit forderte. Er war sich seiner selbst sehr sicher, hatte aber eigentlich keine Ahnung. Solche Kunden rauben mir dann viel Kraft, ich bin mit meinen Gedanken woanders und würde in dem Moment den Kunden am liebsten abgeben, weil ich doch gerade wichtigeres zu tun habe. Aber wenn man sich das mal bewusst macht, gibt es in meinem Job nichts wichtigeres als den Kunden. Die Deko kann auch heute während meiner Abwesenheit jemand anderes fertigstellen, auch wenn ich es morgen wieder umschmeiße, weil es mir nicht gefällt. Aber der Kunde ist in dem Moment da, und wenn er meine Ungeduld merkt, war er vielleicht auch das letzte Mal da. Statt unruhig zu werden, könnte ich mir genausogut die Tatsache bewusst machen, dass niemand von mir erwartet, bei hohem Kundenaufkommen und dünner Besetzung, alles was ansteht sofort zu erledigen, und diesen Kunden (auch wenn er übel roch) so zu beraten, wie er es erwarten darf. Es fängt eigentlich nicht erst beim Kunden an, sondern viel früher. Schon am Nachmittag habe ich gemerkt, dass ich nie und nimmer alles schaffen werde, was ich eigentlich noch vor der Brust habe. Und statt mir zu sagen, dass ich dann eben nur ein kleines Projekt fertigstelle, und das größere auf einen anderen Tag lege, an dem wir besser besetzt sind, und die Chancen, dass ich es erledigen kann, besser stehen, nehme ich mich des Mammutprojekts an und wundere mich, dass ich es nur halb fertigbekomme. Aber es geht nicht immer alles. An diesem Punkt war ich schonmal, dass ich völlig abgehetzt von der Arbeit war, weil ich wie ein Duracell-Hase durch den Laden gemetert bin. Also, nicht immer alles auf einmal, sondern das was ich tue richtig, mit Bedacht und so, dass ich am Ende mit meiner Arbeit zufrieden bin.

Was für die Arbeit gilt, gilt auch fürs Private. Ich merke, dass mir die Pilateseinheiten, die ich immer mal wieder dazwischenschiebe, sowie die Entspannungsübungen und Achtsamkeitstrainings, richtig gut tun. Danach bin ich entspannt wie eine Feder, fühle mich groß und stark und bin die Ruhe selbst. Warum also nicht öfter? Warum nicht jeden, oder jeden zweiten Tag, halt immer wenn ich merke, dass ich es nötig hätte, so eine Einheit einschieben? Warum lege ich mich stattdessen auf die Couch, fröhne stattdessen meinem Unmut und trinke zur „Entspannung“ ein Glas Wein.

Dies nur zwei Beispiele von Dingen, denen ich mich in den nächsten Wochen annehmen werde, um meine eigene Zufriedenheit zu steigern. Mir wird sicherlich noch das ein oder andere einfallen, spätestens wenn ich merke, dass meine Zufriedenheit Schaden nimmt. Aber dazu ist es ja auch gut. Sich Dinge bewusst machen, die einem schaden, ohne dass man es merkt, so dass man sie fortan nicht mehr tut.

Nun gilt es, noch fix meinen Beitrag zu überweisen, und auf den Zugang zur Trackingliste zu warten. Auch wenn ich diesen erst in den nächsten Tagen bekommen werde, fange ich heute damit an, zufrieden zu sein. Klingt doch toll, oder?

Advertisements

§ 4 Antworten auf Blogger goes Fastenzeit

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Blogger goes Fastenzeit auf Mondscheinblume.

Meta

%d Bloggern gefällt das: