Knoten im Bauch
Oktober 5th, 2011 § 2 Kommentare
Einen dicken Knoten im Bauch hatte ich in den vergangenen Tagen. Mal mehr, mal weniger stark spürte ich ein dicken Angstknoten hinter meinem Bauchnabel, der gerne gepaart mit, vor meinem Auge ablaufenden Horrorszenarien, auflief.
In der vergangenen Woche bin ich ganz blöd mit einer Kundin aneinandergeraten. Vielleicht hatten wir beide einen gebrauchten Tag erwischt, ich weiß es nicht, aber das Ende vom Lied war, dass sie mir ihre Bücher vor die Nase knallte und mit einem “Da Sie keine Zeit haben, können Sie die auch behalten” den Laden verließ. Wumm, das saß und hat mir den restlichen Tag gehörig verdorben. Der Liebste tat am folgenden Wochenende sein möglichstes, mich wieder aufzubauen, aber so recht gelingen wollte es nicht. Was passiert, wenn diese Kundin sich über mich beschwert? Szenarien von Abmahnung und nie befördert werden, geisterten in meinem Gedankenkarussel umher. Jedes Mal wenn ich an diesen Tagen zur Ruhe kam, ganz für mich war, wanderten meine Gedanken hin zu dieser Kundin und den Konsequenzen die es für mich in meiner irren Phantasie haben würde. Da half auch kein meditieren und kein spazierengehen. Je länger ich darüber nachdachte, desto abwegiger wurden meine Gedanken. Es war ein Teufelskreis.
Relativ spontan habe ich mich gestern dann entschlossen mit meinem Vorgesetzten zu sprechen. So konnte das nicht weitergehen, denn zwischenzeitlich hatte ich Angst, zur Arbeit zu gehen. Was, wenn man mich sofort nach Hause schickte, weil man nicht mehr mit mir zusammenarbeiten wollte? (Jetzt sieht das für mich auch reichlich albern aus, zeigt aber im Nachhinein ganz gut, wie schlecht es mir ging). Ich erzählte D. also die Geschichte und er konnte nur ungläubig lächeln. Nein, versicherte er mir, da hätte ich nichts zu befürchten. Er geht nicht davon aus, dass da noch was kommt, und selbst wenn, habe das keine Konsequenzen für mich, da ich als zuvorkommende und höfliche Mitarbeiterin bekannt und geschätzt sei. Da dies allerdings nicht die erste und letzte Kundin in der Woche war, die meinte, mir den Tag versauen zu müssen, haben wir gleich ausgemacht, dass ein internes Training zum Beschwerdemanagement sicherlich hilfreich wäre. Nicht nur für mich, sondern auch für manche Kollegin.
Eine Dame wollte mich mit dem Hinweis, ihr Mann sei schließlich deutscher Arzt, davon überzeugen, ohne Rücksprache Dinge ohne Kassenzettel umzutauschen, die sie nichtmal bei uns gekauft hat. Das hat mich richtig aus der Fassung gebracht und ich war dankbar, dass sich D. später weiter mit der Kundin auseinandersetzen konnte. Das Getöse einer anderen Dame, die sich lautstark bei mir über unseren Saftladen beschwerte, weil wir nie rechtzeitig ihr Mangamagazin dahätten, habe ich relativ unberührt an mir vorüberziehen lassen. Sie wollte wohl einfach nur ihrem Unmut Luft machen. Da hätte kein Wort meinerseits irgendwas geholfen, also konnte ich mir das eh sparen. Nachher hätte das nur noch alles schlimmer gemacht.
Wie dem auch sei. Mein Bedarf an wütenden Kunden ist erstmal gedeckt. Ich bin froh, dass ich mich beim Vorgesetzten aussprechen konnte, dass ich mir Rückhalt holen konnte und, dass der Knoten im Bauch endlich weg ist!
Das sind so Situationen, die einem manchmal (viel zu) lange nachhängen… geht mir auch manchmal so.
Mit deinem Vorgesetzten zu sprechen war auf jeden Fall der richtige Schritt. Ich wünsche dir viel Erfolg beim Training und Kraft und Mut in weiteren Situationen!
Oh ja, das kenne ich auch. Ich habe am Anfang eigentlich im 5 Minuten Takt mit meinem sofortigen Rauswurf gerechnet.
Mittlerweile sehe ich das ganze etwas lockerer (aber bei mir hat sich ja auch die Situation geändert). Ich denke auch, dass es die richtige Entscheidung war mit dem Chef zu sprechen wenn man mit einer Situation nicht glücklich ist.
Grüße