#37 Melissa Hill, Übermorgen kommt das Glück
September 30th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Vor einer ganzen Weile schon habe ich hier davon berichtet, dass ich mich eingehender mit der belletristischen Richtung, der “Frechen Frauen” beschäftigen muss/soll/möchte. Dankbar habe ich einige Leihgaben einer Kollegin erhalten, und Melissa Hill war mit Übermorgen kommt das Glück mein erster Ausflug in diese Richtung. Wobei ich sagen muss, dass die Autorin weniger in die “Hilfe mein Absatz ist abgebrochen”-Richtung geht, sondern etwas romantischer angelegt ist.
Nachdem sie die Uni beendet haben, schließen die Freunde Robin, Leah, Kate und die Pärchen Andrew und Amanda sowie Peter und Olivia einen Pakt. Sie wollen sich nach sieben Jahren wieder in Dublin treffen und schauen, wie sich ihre Leben entwickelt haben. Welche Freundschaften haben Bestand, welche Freunde haben sich aus den Augen verloren? Nach sieben Jahren allerdings, haben sich die Leben der Sieben natürlich häufig anders entwickelt als geplant. Olivia ist Alleinerziehend und erwischt sich dabei, wie sie ihrem gutaussehenden Nachbar hinter der Gardine nachspioniert, Robin hat es nach New York verschlagen, Andrew und Amanda sind verheiratet und versuchen sich an der Familienplanung.
Melissa Hill ist ein netter Roman gelungen. In schlichter aber unterhaltsamer Weise führt sie die Leserin durch das Leben ihrer Protagonisten, beschreibt Höhen und Tiefen. Vor allem die Figuren von Leah, Robin und Olivia hatten meine Sympathien. Die Autorin gibt jeder einen eigenen Charakter und natürlich ist jede so angelegt, dass die Leserin sich in einer der Freundinnen wiederfindet. Die extravagante Amanda sorgt für den Gegenpol. Sie war so egozentrisch, dass ich regelmäßig die Augen rollen musste. Aber so eine Figur darf in einem solchen Roman wohl nicht fehlen. Manchmal ist die Schreibe zu schnörkelig, sind die “Probleme” etwas zu profan. Dafür entschädigt die Autorin am Ende mit einer Überraschung, die mich fast dazu veranlasst hätte, das ganze Buch nocheinmal zu lesen, nur um zu überprüfen, ob ich etwas falsch verstanden habe. Wie von meiner Kollegin schon prophezeit, nimmt man beim Lesen etwas als Tatsache an, was so eigentlich nie gesagt wurde, und wird zum Schluss vollkommen überrascht, wenn die Bombe platzt. Obwohl ich vorbereitet war, bin ich voll in die Falle getappt und konnte mir zum Schluss nur ungläubig die Augen reiben. Wunderbar! Das fand ich einfach toll und dies hat mich für die ein oder andere Länge des Romans eindeutig entschädigt. So sehr, dass hier schon zwei weitere Romane aus Melissa Hills Feder auf mich warten!
Eine Leseempfehlung für alle, die ruhige Frauenunterhaltung mögen. Manchmal vielleicht etwas verschnörkelt, aber das Ende ist das Lesen auf jeden Fall wert.